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Igor Mitoraj — Anielskie Drzwi

Kościół Jezuitów · ul. Świętojańska 10 · Warschauer Altstadt · 2009

Anielskie Drzwi (Engelstüren) von Igor Mitoraj — Bronze, 2009 — Jesuitenheiligtum, Warschauer Altstadt

Die Anielskie Drzwi (Engelstüren) sind bronzene Eingangstüren, die Igor Mitoraj für das Jesuitenheiligtum Unserer Lieben Frau der Gnade (Sanktuarium Matki Bożej Łaskawej) in der Warschauer Altstadt geschaffen hat. Geweiht am 12. September 2009 — dem Fest des Heiligen Namens Mariens und dem Jahrestag der Belagerung Wiens — stellen sie Mitorajs bedeutendsten religiösen Auftrag in seiner Heimat Polen dar und gehören zu den wichtigsten Beispielen zeitgenössischer sakraler Bronzekunst in Europa.

Der Auftrag

Die Türen wurden zum 400. Jahrestag der Jesuitenkirche in der ul. Świętojańska 10 geschaffen, einem der ältesten kirchlichen Gebäude der Warschauer Altstadt. Der Auftrag entstand durch einen Akt kultureller Wahrnehmung: Pater Andrzej Kiełbowski, Prior des Heiligtums, besuchte Mitte der 2000er Jahre Rom und begegnete dort Mitorajs Bronzetüren an der Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri — den von Michelangelo umgestalteten antiken Thermen an der Piazza della Repubblica. Als er erfuhr, dass der Künstler Pole war, nahm er direkt Kontakt mit Mitoraj auf und schlug einen verwandten Auftrag für Warschau vor. Mitoraj stimmte zu.

Die Warschauer Türen sind eine bedeutende Weiterentwicklung des römischen Auftrags und ein Dialog mit ihm: dasselbe klassisch-sakrale Vokabular, dieselbe Fragmentierung und Wiederherstellung des antiken Körpers, dasselbe Gefühl von Figuren, die aus altem Stein hervortreten — doch hier auf eine spezifisch polnische sakrale Erzählung gerichtet statt auf eine universale römische.

Die Verkündigung

Die Türen zeigen die Verkündigung an die Selige Jungfrau Maria. Die Komposition erstreckt sich über drei Elemente — ein festes Oberteil und zwei Türflügel — und führt den Betrachter in den Moment der göttlichen Ankündigung, wenn er die Kirche betritt. Die Gestalt Marias nimmt das obere Mittelfeld ein: schlank, beschaulich, ihre Form in der Sprache der antiken Skulptur gestaltet — aufrecht, vollständig und doch irgendwie zeitlos, in ihrer ruhigen Selbstbeschlossenheit an die Venus von Milo erinnernd. Auf den beiden Türflügeln schweben zwei Engel im Flug, ihre Formen zwischen Bewegung und Stillstand eingefangen, wie es Mitorajs Figuren so oft eigen ist.

Das Ergebnis ist ein Werk, das gleichzeitig der klassischen Antike und der christlichen Ikonografie angehört — eine Verbindung, die das zentrale Anliegen von Mitorajs gesamtem künstlerischen Schaffen war. Die Türen rahmen den Eingang zum Heiligtum so, wie antike Tore die Eingänge zu Tempeln rahmten: als Schwelle zwischen der gewöhnlichen Welt und einem Raum von anderer Bedeutung.

Fotografien — Anielskie Drzwi

Anielskie Drzwi — Mitoraj Bronzetüren, Jesuitenkirche Warschau, Gesamtansicht
Gesamte Tür — ÜberblickBronze · Jesuitenheiligtum, Warschauer Altstadt · 2009
Anielskie Drzwi — Engelrelief, Detail, Igor Mitoraj
Engelsfigur — DetailReliefplastik · schwebender Engelsflügel
Anielskie Drzwi — Marienfigur, Mitoraj Bronze
Maria — Oberes FeldZentralfigur · klassisch-antike Form
Anielskie Drzwi — Türflügel Relief, Mitoraj Warschau 2009
Türflügel — ReliefÖffnender Flügel Detail · Figurenkomposition
Anielskie Drzwi — Mitoraj Bronze, Kirchenportal der Jesuitenkirche
KirchenportalTüren im architektonischen Kontext
Mitoraj Engelstüren Warschau — Bronzerelief Nahaufnahme
Relief NahaufnahmeBronzeoberfläche · Mitoraj Figurendetail
Mitoraj Warschau Jesuitenkirche — Außenansicht mit Türen
Kirchenaußenansichtul. Świętojańska 10 · Warschauer Altstadt
Anielskie Drzwi — linker Türflügel, Detail, Mitoraj
Linker Flügel — PaneelEngel in Bewegung · Verkündigungskomposition
Mitoraj Türen Warschau — Bronzeguss-Detail
Bronzeguss-DetailPatina und Oberflächentextur
Anielskie Drzwi — architektonisches Umfeld, Jesuitenheiligtum Warschau
Architektonisches UmfeldHeiligtum-Portal · Altstadtkontext
Mitoraj Warschau Jesuitenkirche — Blick auf den Eingang
Blick auf das PortalAnnäherung an das Portal
Anielskie Drzwi — Außendetail, Bronze und Stein, Warschau
AußendetailBronze und Stein · Warschauer Altstadt
Anielskie Drzwi — Türgriff und Bronzeoberfläche, Mitoraj Warschau
Türgriff — DetailMessingbeschlag · Bronzeoberfläche
Anielskie Drzwi — zwei Engel im Relief, oberer Bereich, Mitoraj Warschau
Obere Komposition — Zwei EngelRelieffiguren · oberer Türbereich
Anielskie Drzwi — Engelgesicht mit hohlen Augen, Mitoraj Bronzedetail
Engelgesicht — Hohle AugenKlassische Züge · Bronzerelief
Anielskie Drzwi — fliegender Engel, vollständige Relieffigur, Mitoraj Warschau
Fliegender Engel — GesamtfigurEngel im Flug · vollständiges Relief
Anielskie Drzwi — Engel, Torso-Detail, Mitoraj Bronze Warschau
Engel — Torso-DetailBronzerelief · Figurenfragment
Anielskie Drzwi — Flügelfedern Nahaufnahme, Mitoraj Bronzeguss Warschau
Flügelfedern — NahaufnahmeBronzeguss · Federtextur
Anielskie Drzwi — Engelgesicht, aufwärts blickend, Mitoraj Warschau
Engel — Blick nach obenGesichtsdetail · aufwärts gerichteter Blick
Anielskie Drzwi — Flügelspitze über Engelskopf, Mitoraj Warschau
Flügel und Kopf — PaneeldetailKompositionsfragment · Engel und Flügel
Anielskie Drzwi — zwei Figuren, Komposition, Mitoraj Warschau 2009
Zwei Figuren — KompositionEngel und Figur · Mittelpaneel
Anielskie Drzwi — zwei Engel einander zugewandt, Mitoraj Warschau
Engel — Einander zugewandtDialogkomposition · Bronzerelief
Anielskie Drzwi — Engelspaar, Türpaneel, Mitoraj Warschau 2009
Engelspaar — TürpaneelDoppelfigur · Flügel und Torso
Anielskie Drzwi — Engel, Flügel und Profil, Mitoraj Warschau
Engel — Flügel und ProfilProfilansicht · ausgebreiteter Flügel
Anielskie Drzwi — Engelsgesicht mit Aufwärtsblick, Mitoraj Warschau
Engelsgesicht — AufwärtsblickNahaufnahme · Bronzepatina
Anielskie Drzwi — Mitoraj Selbstporträt, eingelassenes Relief, Warschau
Mitoraj Selbstporträt — EingelassenKünstler-Selbstporträt · eingelassenes Relief
Anielskie Drzwi — Maria und Engel, obere Tür, Mitoraj Warschau 2009
Maria und Engel — Obere TürVerkündigungskomposition · oberes Relief
Anielskie Drzwi — fliegender Engel, alternative Ansicht, Mitoraj Warschau
Fliegender Engel — Andere AnsichtEngel im Flug · andere Perspektive
Anielskie Drzwi — Innenansicht aus der Vorhalle, Mitoraj Warschau
Innenansicht — VorhalleTür im architektonischen Kontext · von innen
Anielskie Drzwi — Mitoraj Selbstporträt, Gesicht Nahaufnahme, Warschauer Jesuitenkirche
Mitoraj Selbstporträt — Gesicht NahaufnahmeRechteckige Nische · Gesichtsdetail

Sakrale Architektur und das Mitoraj-Vokabular

Die Anielskie Drzwi gehören zu einer kleinen Gruppe dauerhafter Architekturaufträge in Mitorajs Karriere — Werke, bei denen seine plastische Sprache nicht auf freistehende Bronzen für Galerien und öffentliche Räume angewandt wurde, sondern auf die funktionalen und symbolischen Schwellen sakraler Gebäude. Die anderen bedeutenden Beispiele sind das Bamberger Dom-Triptychon (2003–2008) und die Santa-Maria-degli-Angeli-Türen in Rom. Jeder Auftrag verlangte von Mitoraj, sein charakteristisches Vokabular — den fragmentierten klassischen Körper, die gebundene und verhüllte Figur, die Spannung zwischen Verborgenheit und Enthüllung — mit dem spezifischen theologischen Programm der beauftragenden Kirche zu verbinden.

In Warschau nimmt diese Synthese die Form der Verkündigung an: den Moment in der christlichen Theologie, in dem das Göttliche das Menschliche berührt, wenn ein Engel eine Botschaft bringt, die gewöhnliches Leben in heilige Geschichte verwandelt. Für Mitoraj — der sein ganzes Leben lang mit dem Vokabular der griechischen und römischen Mythologie arbeitete und dabei eine tiefe Verbundenheit mit dem Katholizismus bewahrte — war die Verkündigung ein Auftrag, der seine persönlichen und künstlerischen Anliegen in einer einzigen Komposition vereinte.

Anielskie Drzwi — Technische Details

Sujet: Verkündigung an die Jungfrau Maria · Material: Bronze · Standort: Kościół Jezuitów, Warschau

Datum: 2009 · geweiht am 12. September 2009
Abmessungen: ca. 3–4 Meter Höhe · über 3 Tonnen
Elemente: festes Oberteil + zwei öffnende Türflügel
Ikonografie: Jungfrau Maria (oberes Feld) · zwei Engel (Türflügel) · Verkündigung
Auftrag: 400. Jahrestag des Jesuitenheiligtums · beauftragt von Pater Andrzej Kiełbowski
Vorbild: verwandt mit den Türen von Santa Maria degli Angeli e dei Martiri, Rom (2006)
Standort: Sanktuarium Matki Bożej Łaskawej, ul. Świętojańska 10, 00-288 Warschau

Die Verbindung nach Rom

Die Beziehung zwischen den Warschauer Türen und dem Römischen Auftrag an Santa Maria degli Angeli ist mehr als biographischer Zufall. Santa Maria degli Angeli e dei Martiri ist selbst ein Gebäude mit vielschichtiger sakraler und klassischer Geschichte: Michelangelo wandelte das Frigidarium der Diokletiansthermen 1563 in eine Kirche um und schuf dabei eines der gefeiersten Beispiele sakraler Renaissancearchitektur. Mitorajs Türen für diese Kirche — 2006 enthüllt — waren bereits eine Meditation über die Kontinuität zwischen der klassischen Antike und der christlichen Zivilisation. Der Warschauer Auftrag erweiterte diese Meditation nach Norden in Richtung Polen und verband die lateinische Kirchentradition der Warschauer Altstadt mit der antiken Welt Roms, die Mitoraj jahrzehntelang bewohnt hatte.

Besuch

Die Anielskie Drzwi sind von der Straße aus in der ul. Świętojańska 10 in der Warschauer Altstadt (Stare Miasto) sichtbar, nur wenige Gehminuten vom Altstädter Marktplatz (Rynek Starego Miasta) entfernt. Das Heiligtum ist zu den regulären Kirchenzeiten geöffnet. Die Türen entfalten ihre volle Wirkung aus der Nähe, wo die Reliefdetails und die Qualität des Bronzegusses vollständig sichtbar werden. Der Blick auf das Außenportal ist kostenlos.

Die Kirche liegt unweit des Weltkulturerbes der Warschauer Altstadt und kann mit Besuchen des Königlichen Schlosses, der Kathedrale des Heiligen Johannes und des Altstädter Marktplatzes kombiniert werden — alle im Fünf-Minuten-Fußweg erreichbar.

Interesse an Mitoraj-Werken?

Ich bin ein Privatsammler in Warschau, der aktiv Bronzen, Medaillen und Arbeiten auf Papier von Igor Mitoraj kauft. Wenn Sie ein Werk anbieten möchten, nehmen Sie bitte Kontakt auf.

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