🇯🇵 Abuta Skulpturenpark — Igor Mitoraj am Tōya-See, Hokkaido
Der Abuta Skulpturenpark (アブタ彫刻公園) liegt am südlichen Ufer des Tōya-Sees in Toyako-cho, Hokkaido — innerhalb des Shikotsu-Tōya-Nationalparks, einer der dramatischsten Vulkanlandschaften Japans. Der Park wurde entwickelt, um internationale zeitgenössische Skulptur mit dem rauen, elementaren Umfeld eines von Bergen umgebenen Calderasees zu verbinden. Igor Mitorajs dauerhafte Bronze Tsuki-no-hikari (月の光 — Mondlicht) ist hier aufgestellt — eine Gründerpräsenz, die Abuta zu einem der bedeutendsten Mitoraj-Freilichtstandorte in Asien macht. Die vollständige Geschichte der Skulptur selbst ist auf der gesonderten Seite Igor Mitoraj in Hokkaido zu finden.
Der Tōya-See (洞爺湖) ist ein nahezu kreisförmiger Calderasee von rund 11 km Durchmesser, der durch einen prähistorischen Vulkanausbruch entstanden ist. Der umliegende Nationalpark trägt die Spuren wiederholter geologischer Gewalt — die Ausbrüche des Usu-zan in den Jahren 1910, 1944, 2000 und 2018 haben eine Landschaft aus Aschefeldern, Lavadomen und begrabenen Straßen hinterlassen, die beinahe als unbeabsichtigte Denkmäler neben den intentionalen stehen. Der Abuta Skulpturenpark wurde in diesem Kontext konzipiert: ein Ort, an dem der menschliche Drang zur Formgebung auf eine Landschaft trifft, die ihn periodisch auslöscht.
Japans Tradition, Skulptur in natürliche Freilichtumgebungen zu integrieren, ist lang und bewusst. Das Hakone Open-Air Museum (箱根彫刻の森美術館), das 1969 eröffnet wurde, setzte das Modell für das Land: internationale Großskulpturen vor dramatischen Naturkulissen, zugänglich für Besucher, die vielleicht nie ein konventionelles Museum betreten würden. Abuta folgt dieser Tradition. Sein Anspruch war regional statt metropolitan — Werke von Weltrang nach Hokkaido zu bringen, wo das Ausmaß und die Strenge der Landschaft Skulpturen von gleichwertiger Ernsthaftigkeit forderte. Mitorajs Tsuki-no-hikari erfüllte diese Anforderung in vollem Umfang.
Mitorajs Beziehung zu Japan vertiefte sich in den 1990er Jahren, maßgeblich durch die Yoshii Gallery Tokyo, die als primäre Brücke zwischen seinem Pietrasanta-Atelier und japanischen Sammlern und Institutionen diente. Das Engagement der Galerie platzierte Mitoraj-Bronzen sowohl in privaten Händen als auch in öffentlichen Umgebungen im ganzen Land. Der Abuta-Auftrag gehörte zu den geographisch ehrgeizigsten dieser Platzierungen — er brachte eine bedeutende Bronze in einen Nationalpark auf Japans nördlichster Hauptinsel, weit entfernt vom Galeriekreis der Hauptstadt. Dieser Ehrgeiz spiegelte echtes institutionelles Vertrauen in Mitorajs Werk und seine Resonanz mit japanischen Ästhetiktraditionen wider.
Die Bronze in Abuta wurde bei der Fonderia Mariani in Pietrasanta gegossen — der toskanischen Gießerei, mit der Mitoraj von Mitte der 1980er Jahre bis zu seinem Tod 2014 eine enge Arbeitsbeziehung pflegte. Pietrasanta — seit Langem das Zentrum der italienischen Marmor- und Bronzehandwerkskunst — war praktisch Mitorajs zweite Heimat, und die Präzision des Mariani-Gusses bestimmt die Oberflächenqualität, die Sammler bei seinen großformatigen Bronzen schätzen. Werke, die dieser Gießerei zugeordnet sind, erzielen auf dem Sekundärmarkt konstant höhere Preise: Auktionsergebnisse bei Sotheby's und Christie's ab 2015 zeigen einen messbaren Aufschlag für Stücke mit verifizierter Mariani-Provenienz gegenüber späteren oder nicht lizenzierten Güssen, die gelegentlich auf asiatischen Märkten zirkuliert sind.
Für Besucher, die eigens wegen Mitorajs Werk nach Hokkaido reisen, ist Toyako-cho von Sapporo aus erreichbar (ca. zweieinhalb Stunden mit dem Auto oder Bus) und liegt in der Nähe weiterer Ziele innerhalb des Nationalparks, darunter Tōya-ko Onsen am nördlichen Seeufer. Das Vulkanobservatorium in der Nähe des Usu-zan erinnert daran, dass die Landschaft selbst ein lebendiges Ding ist — was Mitorajs fragmentierter, beständiger Bronze in diesem Umfeld eine zusätzliche Wirkung verleiht. Der Dialog zwischen der erodierten klassischen Figur und der periodisch zerstörten Landschaft um sie herum ist eine der ruhig stärksten Begegnungen, die Mitorajs Werk irgendwo auf der Welt bietet.
Mitoraj-Werk im Park
Reiseplanung — oder besitzen Sie ein Mitoraj-Werk in Japan?
Der Abuta Skulpturenpark liegt am Ufer des Tōya-Sees in Toyako-cho, Hokkaido. Wenn Sie eine Mitoraj-Bronze besitzen oder Informationen über Werke in Japan oder Asien haben, nehmen Sie bitte Kontakt auf.
✉ KontaktÜber Diese Sammlung
Diese Website dokumentiert die Suche eines Privatsammlers nach Werken von Igor Mitoraj (1944–2014) — dem polnisch-französischen Bildhauer, der für seine gebrochenen klassischen Figuren in Bronze und Marmor bekannt ist. Mitoraj studierte in Krakau unter Tadeusz Kantor, bildete sich in Paris an der École nationale supérieure des beaux-arts weiter und eröffnete 1983 sein festes Atelier in Pietrasanta, Toskana. Seine Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen in ganz Europa und Amerika. Sein Auktionsrekord — 6,89 Millionen Euro für einen monumentalen Tindaro Screpolato bei Sotheby's Paris 2019 — stellt ihn unter die meistgesuchten europäischen Nachkriegsbildhauer. Wenn Sie ein Mitoraj-Werk anzubieten haben, nutzen Sie bitte die Kontaktschaltfläche.